„Anständig und seriös“ – Die FDP ist streng mit den Plakatregeln

In der Kolpingstraße (Oststadt) hängen die Plakate der FDP und von Volt einträchtig beisammen. Auf dem Lindenhof gab es Probleme zwischen den Plakatierern der beiden Parteien. Foto: Dieter Leder

Bei der Mannheimer FDP gehen die Uhren ein bisschen vor: Sie haben schon am Freitag den 13. August angefangen zu plakatieren. Dabei hätten sie gemäß Plakatierungsrichtlinie erst am Sonntag den 15. August für die Bundestagswahl plakatieren dürfen. „Ich persönlich habe am Samstag angefangen“, gibt der Mannheimer FDP-Bundestagskandidat Konrad Stockmeier offen zu: „Aus blöder Lage heraus.“ Ihm wäre es lieber gewesen, wenn der Start der Plakatierung auf einen Werktag gelegt worden wäre.

Die besten Plätze waren schon belegt

„Als wir Sonntagmorgen gleich nach Mitternacht auf dem Lindenhof anfangen wollten zu plakatieren haben wir gesehen, dass die besten Plätze schon von der FDP belegt waren“, erinnert sich Lukas Siering von der Volt-Partei. Auch er kandidiert für den Bundestag und als City-Lead und Communication-Lead für Mannheim und Ludwigshafen war er schon etwas irritiert und auch verärgert über die Aktion der FDP. Aber irgendwie hat er seine Plakate dann doch auch noch platzieren können.

Zu früh zu plakatieren kann auch Nachteile mit sich bringen: Mit den später dazu gehängten Plakaten der anderen Parteien wurde das FDP-Plakat in der Fressgasse so weit nach oben geschoben, dass es einknickte und nun nicht mehr erkennbar ist. Foto: Dieter Leder

Das könnte daran gelegen haben, dass die FDP in Mannheim ihre Plakatierung gegenüber dem Chaos-Wahljahr 2019 deutlich reduziert hat: Damals nahm die Plakatierung derart überhand, dass die Stadt eingreifen musste. Auch wurde im Anschluss an die Wahl die Überarbeitung der Plakatierungsrichtlinie angegangen. „Die Bürger haben mittlerweile eine Ablehnung gegen diese Materialschlacht“, wie Stockmeier die reduzierte Plakatierung der FDP begründet. Daher setzt er in seinem Wahlkampf vielmehr auf persönliche Gespräche.

Einhaltung der Plakatierungsrichtlinie als oberstes Ziel

„Die Plakatierungsrichtlinie gilt, wir halten uns daran“, sagt Stockmeier über deren Inhalte: „Wir sind bei der Plakatierung pingelig gewesen und haben im Zweifelsfalle eher nicht plakatiert.“ Dass es vereinzelt dennoch Fehlhängungen geben kann, schließt er nicht aus. Und wenn ihm Fehlhängungen bekannt werden, hängt er sie sofort um oder ab: „Fehlhängungen gehen mir kolossal auf die Nerven.“, so Stockmeier.

Die FDP plakatiert 2021 deutlich weniger als noch 2019, ihr Kandidat Konrad Stockmeier (links im Bild auf dem Wochenmarkt in den Quadraten) setzt mehr auf das persönliche Gespräch mit den Bürgern: „Die Gespräche sind spannend.“ Foto: Dieter Leder

Als Direktkandidat trägt er eine Vorbildfunktion und ihm ist sehr an der Einhaltung der Richtlinie gelegen. „Ich bin gegenüber meinem Wahlkampfteam streng“, erklärt Konrad Stockmeier und legt gleich noch nach: „Klare Ansage an alle: Wir halten uns an die Regeln!“ Das ist im öffentlichen Raum auch zu sehen: Im Gegensatz zu vielen anderen Kandidaten und Parteien sind Plakate der FDP so gut wie kaum zu beanstanden.

Leute sollen nicht an Wahlwerbung vorbei laufen

Der FDP-Kandidat sieht sich als Kandidat und als Partei gegenüber dem Bürger in der Pflicht: „Es ist nicht die Aufgabe der Bürger, uns auf Fehler hinzuweisen.“ Das sei auch nicht im Sinn der Plakatwerbung, so Stockmeiers Ausführungen: „Ich will nicht, dass die Leute an FDP-Plakaten vorbei laufen und vielleicht ein negatives Bild von uns bekommen, weil zu viele Plakate oder auch falsch gehängte Plakate sie stören.“

Das Ziel der Plakatwerbung soll ja genau das Gegenteil bewirken: „Wir werben ja um die Wähler“, wie Stockmeier noch anfügt. Und dazu gehört ein positiver Eindruck: „Anständig und seriös, so soll die Werbung wirken.“

Seine Arbeit hat sich offensichtlich gelohnt, wie Stockmeier Ende letzter Woche auf Nachfrage verkünden konnte: „Wir haben noch keine amtliche Aufforderung auf Umhängung bekommen.“

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