Fahrlachtunnel B36 – Sofortige Vollsperrung für etwa ein Jahr

Der Fahrlachtunnel auf der B36 führt unter den Gleisen und unter dem Neckarauer Übergang hindurch. Foto: Screenshot OpenStreetMap

Seit heute 3. August 2021 um 14 Uhr ist der Fahrlachtunnel voll gesperrt. Der Fahrlachtunnel auf der B36 muss aus Gründen der Verkehrssicherheit vollgesperrt werden, wie die Stadt Mannheim auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz soeben mitteilt. Es geht um Mängel an der Lüftung und an fehlenden Fluchtmöglichkeiten, die nicht mehr Stand der Technik sind, wie Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz sagte.

Der 489m lange Fahrlachtunnel der B36 ist Kernstück der Südtangente Mannheims und verbindet die östlich von Mannheim verlaufende B 38a mit der über den Rhein nach Ludwigshafen führenden B 37 im Westen. Der Tunnel steht dem Kraftverkehr seit 1994 zur Verfügung. An Spitzentagen wird der Tunnel von bis zu 60.000 Fahrzeugen genutzt.

Nach rund 27 Jahren Betriebszeit wurden im Fahrlachtunnel aktuelle Untersuchungen zur Verkehrs- und Betriebssicherheit durchgeführt. Nach einem Brand in der Trafoanlage des Tunnels im Jahre 2019 zeigten erste Ergebnisse dieser Untersuchungen erhebliche Mängel in der Betriebstechnik auf, insbesondere bei der Lüftungs- und Evakuierungsmöglichkeiten des Tunnels gibt es gravierende Mängel: „Die Betriebssicherheit des Tunnels ist nicht mehr gewährleistet,“ so Oberbürgermeister Kurz. Um die Verkehrssicherheit und die Nutzung der Tunnelanlage zu gewährleisten, musste seit dem 18. Juni 2021 die gesamte Verkehrslast der Tunnelanlage bereits reduziert werden. Seit dem ist daher jeweils die linksseitige Fahrspur pro Tunnelröhre gesperrt. Die beiden gesperrten Fahrspuren dienten zunächst als Rettungs- und Fluchtwege.

Mittlerweile liegen zwei aktuelle neue Lüftungsgutachten vor, die eine sofortige Sperrung des Tunnels notwendig machen. Auch die vorhandenen Maßnahmen bei der Flucht und Evakuierung des Tunnels entsprechen nicht mehr den derzeitigen Anforderungen.

Die Verwaltung geht von einer Vollsperrung von bis zu einem Jahr aus, zumindest so lange bis entsprechende Erkenntnisse vorliegen und erste Maßnahmen umgesetzt worden sind. Danach soll der Tunnel im Notbetrieb wieder eröffnet werden. Für zwei Jahre soll der Tunnel im Notbetrieb mit einspuriger Verkehrsführung und ohne LKW-Verkehr betrieben werden. Im Anschluss erfolgt die Generalsanierung des Tunnels bis zum Jahre 2027.

Die Stadt will in den nächsten Tagen eine Umleitungsempfehlung aussprechen.

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